Livescribe Echo Smartpen (2GB) im Test

18. November 2011 · 0 Kommentare

Da staunte ich nicht schlecht, als mein Mitbewohner letzten Montag irgendwelche Notizen in ein Heft kritzelte und dazu mit einem stiftähnlichen Objekt sprach. Selbstgespräche mit einem Stift? Man hat schon von schlimmeren gehört…

Wirklich Smart dieser Pen!

Tatsächlich handelte es sich bei diesem fremdartigen Objekt aber um einen sogenannten „Echo Smartpen“. Nie davon gehört? Na willkommen im Club! Als mir dann aber gezeigt wurde, was sich dahinter verbarg war ich doch relativ beeindruckt. Und noch mehr erfreute mich der Vorschlag diesen schlauen Stift selber einmal testen zu dürfen.

Am nächsten Unitag packte ich also meine Errungenschaft aus. Da es auf dem Smartpen Echo nur einen „An/Aus“-Knopf gibt, fiel mir der erste Schritt nicht sehr schwer. Danach blinkte ein noch nicht eingestelltes Datum auf. Und nun? iPhone Besitzer mögen diese ein-Knopf-Steuerung gewöhnt sein, aber ich sah mich dann doch gezwungen in die sonst so ungern von mir benutze Bedienungsanleitung zu schauen. Das hat sich dann aber auch gelohnt, denn anstelle der oft so langweiligen seitenlangen Beschreibungen findet man in dieser Anleitung bunte buttonförmige Bilder. Und das ist erstaunlich: man kann mit der Mine des Stiftes auf die Buttons drücken und der Livescribe Echo Smartpen fängt an mit einem „zu reden“. Herrlich! So konnte ich mich also interaktiv und tatsächlich nicht gelangweilt durch die Funktionen des Stiftes klicken.

Und damit konnte es auch schon losgehen. Mit dem Smartpen auf „record“ im mitgelieferten Block drücken und losgekritzelt. Die erste Vorlesung schrieb ich also – mehr oder weniger fleißig – meine Notizen und war sehr gespannt auf das Ergebnis.

So leicht die Bedienung des Stiftes war, so schwer fiel mir zunächst der Import der Notizen auf den Computer. Normalerweise heißt es, im Optimalfall, Gerät anschließen und los geht‘s. Nicht so beim Smartpen. Zunächst muss man nämlich die kostenlose Software „Livescribe Desktop“ herunterladen; dann erst darf der smartpen eingesteckt werden; dann muss der Computer neu gestartet werden; dann muss man sich bei Livescribe registrieren und nach einigen Aktualisierungen erscheinen dann endlich die geschriebenen Notizen. Nichts also für ungeduldige Menschen wie mich, aber ist die ganze Prozedur einmal erledigt geht es doch recht zügig.

Das Ergebnis: eine einwandfreie Digitalisierung der handschriftlichen Notizen inkl. verknüpfter Audio-Aufnahme

Dafür kann sich das Ergebnis sehen lassen! Man braucht nur die auf dem speziellen Notizblock geschriebenen Textbausteine klicken und schon erklingt die gerade zu diesem Zeitpunkt erfolgte Aufnahme. Da ich in der Vorlesung recht weit hinten saß waren einige Störgeräusche enthalten. Deutlich besser wurden die Aufnahmen jedoch beim zweiten Versuch, bei dem ich die Audiqualität von „normal“ auf „hoch“ umgestellt hatte. Eine absolut empfehlenswerte Einstellungen für alle neuen Smartpen Echo Besitzer.

Die Dateien von „Livescribe Desktop“ lassen sich dann problemlos in eine PDF-Datei umwandeln – nach Wahl auch mit der dazugehörigen Audio-Aufnahme. Die jeweils aktuellste Version des Adobe Reader spielt die Aufnahmen ohne Probleme ab. Auch der Export zur beliebten Notiz-Software Evernote gestaltet sich ohne Probleme. Möchte man allerdings den Text in Word bearbeiten, braucht man die Software „My Script“, die es leider nur 30 Tage kostenlos zum Testen gibt und dann für 29$ gekauft werden muss.

Wer mächte, kann den Stift dann auch noch als echtes Gadget Tool einsetzen. Zum Beispiel kann man sich einfach ein Klavier auf das spezielle Papier malen und dann tatsächlich auch auf diesem spielen. Zudem gibt es auch zahlreiche weitere Apps die teilweise kostenlos, teilweise kostenpflichtig direkt von der Livescribe Webseite heruntergeladen werden können. Beispielsweise sei an dieser Stelle Wikipedia genannt.

Fazit

Der Smartpen hält was er verspricht. Er lässt sich einfach bedienen und die Aufnahmen zu den Notizen sind sehr gut verständlich. Kleinere Störungen können sich natürlich durch weitere Entfernungen ergeben. Für Studenten ist dieser Stift auf jeden Fall optimal um schon während des Semesters brauchbare Notizen für die Klausurvorbereitung zu sammeln. Aber auch für andere Anwendungen, wie zum Beispiel das Sammeln von Rezepte oder Notizen für ein Reisetagebuch könnte ich mir einen Einsatz sehr gut vorstellen. Würde man ihn von Anfang an einsetzen, kann man mit der Dauer von einem excellenten Archiv von Mitschriften profitieren – die Suche kommt nämlich ohne Probleme auch mit meiner Handschrift klar.

Ein einziger „Haken“ ergibt sich wohl bei den Kosten, die auf einen zukommen. Der Stift selbst ist mit circa 120 € bis 190 € nicht allzu teuer. Jedoch benötigt man für den Betrieb spezielles Papier. Die Collegeblocks kann man sich entweder selbst ausdrucken oder online kaufen. Der Preis für 4x DIN A4 Blocks: 20 €. Damit dürfte man ohne weiteres ein Semester mit auskommen, doch für 20 € bekommt man auch eine Menge „normaler Collegeblocks“. Im Ergebnis jedenfalls würde ich den Teststift am liebsten behalten und nicht wieder zurück geben.

Zusammenfassung

Positiv:

  • leichte Bedienung
  • zuverlässige Aufnahmen zu den Notizen
  • Texte können nachträglich bearbeitet werden
  • Notizen und Aufnahmen können auch getrennt voneinander exportiert werden

Negativ:

  • bei weiter Entfernung evtl. Störgeräusche in der Aufnahme
  • umständliche Registrierung bei der ersten Verbindung mit dem Computer
  • liegt klobiger in der Hand, als ein „normaler“ Kugelschreiber
  • relativ teure Collegeblocks

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