Livescribe Sky Test: der neue Wifi Smartpen (4GB)

12. Februar 2013 · 0 Kommentare

Der neue Stift "Sky Wifi" im Livescribe Sky Test.Seit einigen Tagen ist er nun hier der neue Smartpen von Livescribe, er nennt sich „Sky Wifi Smartpen“ und wir hatten die Möglichkeit einen Livescribe Sky Test zu machen. Im Prinzip umschreibt der Name auch schon den wesentlichen neuen Aspekt des digitalen Kugelschreibers aus der Livescribe Schmiede: der neue Sky wifi Smartpen arbeitet kabellos in der Cloud mit dem Notizendienst Evernote zusammen und speichert dort die handschriftlichen Notizen.

Alles was geschrieben und gehört wird, wird vollautomatisch dort im hinterlegten grundständig kostenlosen Konto gespeichert und digital aufbereitet. Ob sich der Sky wifi Smartpen auch im (Studenten-)Alltag bewähren kann, zeigt unser Test. Zur Verfügung gestellt wurde der Notizstift in der 4GB Standard-Version.

Testbericht Inhaltsübersicht:

  1. Lieferumfang
  2. Verarbeitung
  3. Einrichtung
  4. Features
  5. Zusammenarbeit mit Evernote
  6. Preise & Verfügbarkeit
  7. Bilder
  8. Testbericht Fazit

1. Lieferumfang

Der Lieferumfang ist recht schnell zusammen gefasst. Die Standardbox (4 GB) enthält den Smartpen selber,  ein kleines Handbuch zum Stift, ein Dot-Papier-Einstiegsschreibblock, ein Micro-USB Kabel sowie zwei Kugelschreiberminen und zwei Smartpen Kappen. Mitgeliefert wird damit alles Notwendige, um direkt loslegen zu können. Der beigelegte Schreibblock entspricht in etwa der Form eines einfachen Notizbuches und dürfte mit seinen 100 Seiten für einige Mitschriften genügen.

2. Verarbeitung

Ein wichtiger Punkt bei einem Alltagsgegenstand, wie es ein Stift ohne Zweifel ist, ist seine Verarbeitung. Wie schon bei seinen Vorgängern, den Pulse & Echo Smartpens, hat Livescribe beim Sky Smarpen wieder eine ordentliche Leistung hingelegt. Besonders gelungen erscheint die leicht gummierte untere Hälfte des Stiftes, die es erleichtert den Stift trotz seines immer noch etwas voluminösen Umfangs festzuhalten. Durch das flache Abfallen nach oben hin liegt der Stift insgesamt gut in der Hand.

Wackelige Elemente sind nicht festzustellen. Etwas ärgerlich ist vielleicht die eigentlich gut gemeinte Kappe, die die Mine (und die Dinge in denen der Smartpen transportiert wird) schützen soll. Wenn man sie fest zudrückt, ist zwar die Mine geschützt aber man kann sehen dass noch etwa 1-2 Millimeter Luft übrig bleiben. Um das Abziehen der Kappe zu erleichtern hat Livescribe zwar an der Kappe zwei kleine Erhebungen angebracht, dadurch dass sie aber nach unten ausgerichtet sind, rutscht man mit den Fingern gerne wieder ab. Das Abziehen ist wohl etwas für filigranere Techniker. An dieser Stelle vermisst man sofort die gute altbewährte Lederhülle, die etwa noch beim Vor-Vorgänger obligatorisch dabei war.

Schön gelungen ist hingegen das Display. Dank der OLED Technik ist es prima ablesbar. Manchmal wünscht man sich jedoch herbei, dass es während des Betriebes ausschaltbar ist. Zum Einen um Akku-Kapazität zu sparen (die ansonsten aber ausgezeichnet ist) und zum Anderen um ständige überraschte Blicke zu vermeiden.

3. Einrichtung

Bild des Installationsprozesses

Erstaunlich leicht geht die Einrichtung vom Livescribe Sky Smartpen vonstatten: man besucht http://www.livescribe.com/setup/, tippt dort ein paar Daten zum Livescribe & Evernote Konto sowie die Stift-Seriennummer ein und schon ist der Stift einsatzbereit mit dem eigenen Evernote Konto verbunden. Um dann auch wirklich loszulegen muss der Stift lediglich noch mit einem beliebigen WLan verbunden werden.

Unterstützt werden zahlreiche Verschlüsselungsmethoden wie

WEP 64 bit, WEP 128 bit, WPA-PSK, WPA2-PSK, und WPA/WPA2

leider aber beispielsweise nicht die von der Bielefelder Universität verwendete WPA2 + AES Verschlüsselung mit 802.1x + PEAP/ MSCHAPv2 Authentifizierung.

Das ist natürlich schade! Mit den allermeisten WLan Netzen dürfte der Livescribe Sky wifi sich aber verbinden können.

Zudem hat Livescribe für Fälle, in denen WLan nicht zur Verfügung steht eine kleine Software, den „Livescribe Helper“, entwickelt. Ist der Digitalstift über ein USB-Kabel mit dem Rechner verbunden, werden Notizen und Audio-Daten wie bei den Vormodellen auch problemlos kabelgebunden übertragen.

4. Features

Kommen wir zum Wichtigsten: den Features des Livescribe Sky „Minicomputers“. Die Grundidee ist im Prinzip die gleiche wie die seiner Vorgänger: alles was man schreibt und hört soll vollautomatisch verknüpft, digitalisiert und archiviert werden. Durch dieses Prinzip ist es ein Leichtes auch noch Monate nach einer Aufzeichnung genau eine bestimmte Passage wiederzufinden und anzuhören. Ein Segen für alle Studenten die dauerhaft mit dem Sky Livescribe Pen arbeiten. Alles was man aufmalt oder aufschreibt landet fortan automatisch in der Cloud und kann dort etwa mit Tags versehen oder in diverse digitale Notizbücher verschoben werden.

In der Praxis gibt es allerlei Möglichkeiten den Stift produktiv einzusetzen. Wichtige Dinge kann man etwa mit „wichtig“ oder „Klausur“ kennzeichnen. Dank der Handschrifterkennung von Evernote genügt dann das einfache eintippen von Stichwörtern und schon bekommt man übersichtlich genau die Stellen angezeigt, an denen etwa der Professor einige interessante Tipps zur Klausur gesagt hatte. Auch im Business-Bereich dürfte es zahlreiche Einsatzgebiete für die Livescribe Innovation geben. Man muss sich nur zwingen, möglichst regelmäßig Notizen mit dem Livescribe Sky Smartpen zu machen, denn: gerade bei einem umfangreichen Notizarchiv spielt der Stift seine tollen Möglichkeiten voll aus. Große Archive lassen sich im Nu durchsuchen – vorbei die Zeiten in denen Tonnen an Ordnern gesichtet werden musste.

Durch die Wifi Funktionalität des Sky werden die Daten auch direkt drahtlos in die Evernote Cloud übertragen. Wie genau das passiert – dazu im nächsten Abschnitt mehr.

Der integrierte Speicher reicht je GB für etwa 100 Stunden Audio-Aufnahmen. Die kleinste Variante, der Livescribe Sky mit 2 GB reicht demnach schon für 200 Stunden Aufnahmen. Ein kleiner Lautsprecher ist integriert. Es genügt ein Tippen auf eine beliebige beschrieben Seite auf dem Dot-Paper Papier um eine bestimmte Passage wiederzugeben. Bei unseren Tests funktionierte das einwandfrei. Apropos Dot-Paper Papier. Der alte Kritikpunkt bzgl. des speziellen Papiers gilt auch für das neue Livescribe Produkt. Wohl technisch bedingt ist weiterhin speziell gepunktetes Papier notwendig. Vier Blöcke im A4-Format sind derzeit für etwa 20 € bei Amazon zu haben. Das klingt erst einmal nach viel Geld – allerdings dürfte man mit vier Blöcken auch eine Zeit lang auskommen. Alternativ kann das Papier auch weiterhin (teuer) selbst gedruckt werden.

Im Livescribe Sky Test hat sich gezeit, dass bekannte „Spielereien“ wie Taschenrechner, Klavier usw. auch mit dem Sky Smartpen funktionieren. Technisch funktioniert der Stift, indem er durch die eingebaute Kamera nahe der Mine die kleinen Punkte auf dem speziellen Papier erkennt und dadurch genau weiß, in welchem Notizbuch, auf welcher Seite, an welcher Stelle genau er sich beim Schreiben befindet.

5. Zusammenarbeit mit Evernote

Die wichtigste Neuigkeit des Livescribe Sky Wifi Smartpen ist die enge Verzahnung mit der Evernote Notizsoftware. Bislang sah mit den alten Stiften ein mögliches Archivieren folgendermaßen aus: man zeichnete seine Notizen inkl. Audio-Inhalten auf und schloss den Stift bei Bedarf zum Laden und Synchronisieren via USB an den Rechner an. Die Daten wurden sodann in den „Livescribe Desktop“ importiert. Dort waren sämtliche Notizen sicht- und abspielbar. Wer wollte, konnte die Notizen zudem als PDF an einen beliebigen Ort oder eben zu Evernote exportieren. In Evernote wurden die Daten dann als einfache PDF Datei mit integrierten Audio-Daten angezeigt. Der Adobe Acrobat Reader kann mit PDF Dateien inkl. Audio-Daten unproblematisch umgehen.

Mit dem neuen Smartpen fällt der Zwischenschritt über die Livescribe-eigene Software weg. Die Daten werden automatisch und ausschließlich zu Evernote verschoben. Das ist äußerst praktisch und einfach. Evernote ist mitsamt allen Notizen auf Plattformen wie Web, iOS, Android, Windows Phone etc. verfügbar.

Wo Licht ist, ist meist aber auch etwas Schatten. Bei der neuen Lösung bedeutet das folgendes: die Notizen werden in Evernote als PNG Grafik abgelegt – nicht mehr als PDF inkl. der Audio-Spur. Wer also Notizen teilt, teilt grundsätzlich erst einmal nur eine Grafik. Die Audiodaten werden in einem seperaten Notizbuch „Livescribe Recordings“ abgelegt. Außerdem befinden sich die Notizen auch auf den Livescribe Servern, so dass man auch noch einen Link zur Webansicht – dann inkl. der Audio-Spur versenden kann. Am schönsten wäre es aber wohl gewesen, wenn Livescribe das PDF Format beibehalten hätte. Denn nicht jeder möchte auch wirklich Evernote als langfristigen Speicher nutzen. Manche Dinge möchte man vielleicht zusätzlich oder ausschließlich auf dem heimischen Rechner speichern.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass durch die Zusammenarbeit von Livescribe und Evernote der Workflow vom Schreiben einer Notiz bis hin zur digitalen Ablage zwar deutlich, deutlich einfacher geworden ist; auf das universelle PDF Format und die damit einhergehende einfache Sortierung in einer lokalen Ordnerstruktur muss man aber wohl vorerst verzichten.

6. Preise & Verfügbarkeit

Wer den Livescribe Sky kaufen möchte, kann zwischen folgenden Versionen wählen:

  • 2 GB Sky Wifi: 189,90 €
  • 4 GB Sky Wifi: 219,90 €
  • 8 GB Sky Wifi: 249,90 € – inkl. 1 Jahr Evernote Premium im Wert von 40,00 €

Die Verfügbarkeit ist zur Zeit etwas angespannt. Bei einigen Händlern ist der Stift derzeit nicht lieferbar.

7. Bilder


8. Fazit zum Livescribe Sky Test

Der Livescribe Sky macht einen großen Sprung nach vorne keine Frage. Ohnehin nutzt wohl eine Großzahl derer, die ihre Notizen digital ablegen, Evernote. Nie war es wohl einfacher Geschriebenes und Gehörtes on-the-time zu digitalisieren und direkt in die Cloud zu übertragen sowie dort auffindbar zu machen. Ein toller Nutzen für all diejenigen, die viel protokollieren und einiges zu Papier bringen. Ein kleiner Wermutstropfen ist in der Tat, dass man nicht mehr ohne weiteres PDF Dateien kreieren kann.

Mit mindestens 189,90 € handelt es sich bei diesem Stift auch keinesfalls um einen günstigen Kugelschreiber – im Gegenteil; aber wer die Funktionen wirklich zu nutzen weiß, der wird den hohen Preis sicher gerne in Kauf nehmen.

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