Livescribe Pulse Smartpen (2 GB) im Test

29. November 2012 · 0 Kommentare

Schon seit 2 Jahren nutze ich nun im Studium durchgehend den ersten Smartpen der Firma Livescribe, den Livescribe Pulse Smartpen in der der Version 2 GB.

Zeit genug um zurückzuschauen und in einem Langzeit-Testbericht darzulegen ob sich der Kauf des Pulse gelohnt hat und ob sich der Pulse im Alltag bewähren konnte. Gerade durch die Vorstellung des neuen Sky Wifi Smartpens kann man nämlich den Pulse Smartpen als Auslaufmodell recht günstig erwerben.

Weil es sich hier um einen Langzeittest handelt, habe ich die Struktur des Testberichts leicht verändert. Ein Schwerpunkt soll auf dem Ablauf des alltäglichen Workflow liegen.

Testbericht Inhaltsübersicht:

  1. Lieferumfang
  2. Verarbeitung
  3. Im Alltag
  4. Testbericht Fazit
  5. Preise & Verfügbarkeit

1. Lieferumfang

Zum Lieferumgfang gehören

  • der Stift selbst,
  • ein kleines Notizbuch,
  • eine Pen Tasche,
  • USB-Dock,
  • 2 schwarze Minen und
  • ein sogenanntes 3D-Recording Headset.

Hierzu ist zu sagen, dass diese Ausstattung bei keinem der beiden Nachfolger dabei ist und war. Besonders die Tasche hat es mir im Alltag angetan. Dadurch, dass die Spitze nicht wie bei einem „normalen“ Kugelschreiber eingefahren werden kann, läuft man hier und da Gefahr, dass Taschen von innen verschmiert werden. Die Leder-Tasche schützt dagegen.

Innerhalb von Sekunden verschwindet der Pulse in der mitgelieferten „Schutzhülle“ und genau so schnell taucht er auch wieder auf. Praktisch und wichtig.

Mitgeliefert wird des weiteren ein USB-Dock. Dessen Eigenschaft und Nutzen erschließt sich mir bis heute nicht. Klar, man kann das Dock fertig vorbereitet für immer auf dem Schreibtisch platzieren aber so oft muss der Stift jetzt auch nicht an die Station. Man kann ihn auch ganz einfach ohne das Dock mit Hilfe des ebenfalls mitgelieferten USB-Kabels ganz einfach direkt anschließen.

Zum Headset kann ich nichts sagen und beitragen. Es soll die Aufnahme-Qualität verbessern (dazu unten mehr) und man kann natürlich Aufnahmen auch direkt vom Stift abspielen. Allerdings: wer möchte schon im Büro, in der Klasse oder im Vorlesungssaal mit Stöpseln im Ohr sitzen?

Das mitglieferte Notizbuch und die Minen sind ganz nett. Gerade die Minen sind auch von Nöten, denn eine Minte hält in etwa „ein Notibuch lang“. Durch das mitgelieferte kleine Notizbuch kann man direkt starten. Wie bei allen Stiften von Livescribe, wie etwa dem Echo Pen, ist spezielles Papier notwendig. Erst durch die kleinen feinen Punkte weiß der Stift auf welcher Seite er sich befindet und was gerade geschrieben oder gezeichnet wird. Das Papier kann man sich aber auch selbst ausdrucken – vorzugsweise mit dem Laserdrucker.

Insgesamt würde ich das mitglieferte Pulse Zubehör als recht üppig bezeichnen. So musste ich bis heute außer den Notizblöcken und ein Set Minen nichts weiter nachkaufen.

2. Verarbeitung

Im Vergleich zu seinen zwei Nachfolgern ist der Pulse Smartpen meiner Meinung nach sehr gut verarbeitet. Kommt später – wenn auch mehr oder weniger hochwertiges – Plastik zum Einsatz, wurde der Pulse Smartpen aus einer Art Alu-Metall gebaut. Kugelschreiber fliegen im Einsatz schon einmal durch die Gegend und knallen zu Boden. Durch die 1a Verarbeitung des Pulse ist ihm bis heute aber keinerlei Macke anzusehen.

Beim Livescribe Pulse Smartpen scheint alles wie aus einem Guss. Was schon angemäkelt werden muss ist, dass sich die Mine mal kurzzeitig festhakte. Dadurch konnte der Stift nicht mehr registrieren, wann geschrieben wird und wann nicht, mit schlimmen Folgen für die digitale Aufzeichnung. Das Ergebnis:

Nach dem Herausnehmen der Mine und ordentlicher Reinigung ist dieses Problem allerdings nicht noch einmal vorgekommen.

3. Im Alltag

Wichtig bei Digitalstiften ist mit Sicherheit das Vehalten und die Zuverlässigkeit im Alltag. Kurz: der Nutzen. Da ich den Stift schon über zwei Jahre regelmäßig nutze dürfte meine Meinung dazu klar sein. Ich bin vom Mehrwert des Livescribe Kugelschreibers überzeugt und mag ihn etwa in Vorlesungen nicht mehr missen wollen.

Sofort einsatzbereit

6 Sekunden nach dem Klicken auf den Start-Knopf ist der Stift einsatzbereit. Man kann sofort losschreiben oder wahlweise durch Klick auf das Papier vor einem die Audio-Aufnahme starten. Genau hier liegt die größte Stärke des Stiftes. Die Audioaufnahmen sind sehr gut zu gebrauchen. Auch die Digitalisierung funktioniert (bis auf o.g. Ausnahme) problemlos. Bemerkenswert ist, dass das geschriebene fast 1:1 genau übertragen wird. Die eigene Handschrift ist in jedem Fall wiederzuerkennen. Die Ergebnisse sind ganz anders und vor allen Dingen besser, als wenn man auf einem Tablet mit einem speziellen Stift schreibt.

Von Vorteil ist auch, dass man nicht ständig einen Rechner oder ein Tablet mit sich rumschleppen muss. Nein, Papier und Stift reichen. Alles was man malt und notiert kann man direkt abheften und/oder digital speichern. Der Clou aber ist letztendlich die Verknüpfung der Handschrift mit dem Gesagtem bzw. Gehörtem. Hat man alles richtig protokolliert? Was sagte der Chef/Prof. noch einmal zu diesem und jenem Punkt?

Die Dateiübertragung

Zum Speichern muss der Stift allerdings wieder an den Rechner angeschlossen werden. Der Mac hatte ab und an einige Probleme den angeschlossenen Stift direkt zu erkennen. Hier half es dann nur den USB Anschluss zu wechseln, wieder aus- und anstöpseln und die Livescribe Desktop Software manuell zu starten. Je nach Daten-Volumina dauert die Übertragung bis zu einer Minute. Danach befinden sich die mitgeschriebenen Seiten schon in der Software. Von dort aus können Sie als pure PDF Datei, PDF Datei mit Ton (bei Aufnahmen) oder im eigenen Format, dem „Pencast“, beliebig weiterwandern. Ablegt werden sie in diversen Ordner, bei Evernote, bei Livescribe oder Facebook. Das ist auch zu empfehlen: denn je mehr Daten man in dieser Livescribe eignen Software sammelt um so träger wird sie. Man hantiert hier je nach Seitenanzahl schon einmal mit Datengrößen (gerade bei vielen und langen Aufnahmen) im höheren GB Bereich. Evernote etwa ist da um Einiges schneller.

Das Verschieben in Ordner und Dienste ist denkbar einfach. Einfach die gewünschte Notiz in das Zielmedium ziehen.

Suchen? Handschrift wird ohne Probleme erkannt

Nun kann ich nicht für alle sprechen, aber zumindest meine Handschrift wird bei der Suche ohne Probleme erkannt. Sowohl Livescribe Desktop als auch Evernote finden ohne Probleme Suchbegriffe, die man einmal in einer Notiz handschriftlich festgehalten hat. Genau aus diesem Grund ist meiner Meinung nach auch keine Konvertierung in Maschinenschrift notwendig. Natürlich kann man Handgeschriebenes auch einfach in Computerschrift konvertieren. Diese Funktion habe ich bisher aber nur ein einziges Mal gebraucht. Nachteil: das notwendige Software-Modul MyScript muss für etwa 20 € gekauft werden. Meinem Stift aber lag diese damals kostenlos bei.

Was wenn der Speicher des Stiftes aufgebraucht ist?

Es kam der Tag an dem tatsächlich sämtliche 2 GB des Pulse belegt waren. An dieser Stelle muss man ein Notizbuch „archivieren“. Es bleibt zwar auf dem Rechner erhalten, sämtliche Notizen und Aufnahmen aus diesem Notizbuch oder Block werden aber vom Stift gelöscht, so dass wieder Platz frei wird. Dieses sollte man von Anfang an wissen, denn eine Organisation mit mehreren Notizbüchern – beispielsweise je eines für ein Fach – wird an dieser Stelle schwierig. Der Stift könnte schon voll sein, ehe ein Notizbuch tatsächlich vollgeschrieben ist.

Die Folge ist, dass man unter Umständen mehrere Seiten wegschmeißen muss. Livescribe liefert nämlich immer 4 Blöcke. Diese müssen vor Benutzung einzeln aktiviert werden. Mehrere Blöcke mit der Nummer 1 zu benutzen ist nicht möglich, denn der Digitalstift muss immer wissen, ob ein Notizbuch schon beendet ist. Würde man in zwei Notizbüchern mit der Nummer 1 jeweils auf Seite 1 etwas schreiben, bekäme man in der digitalen Version jedemenge Kauderwelsch heraus. Aus der Erfahrung heraus kann es empfohlen werden, alle gelieferten Blöcke nach und nach zu benutzen – und nicht parallel. Dieser Punkt ist wahrscheinlich das größte Manko. Denn oft will man eben doch noch die analogen Notizen nutzen und wegheften. Vorder- und Rückseite müssten dann aber ein einziges Thema behandeln…

4. Testbericht Fazit

Ich möchte den Smartpen Pulse nicht missen. Man hat weiterhin sämtliche Aufzeichnungen auf Papier, was man abheften kann. Sucht man eine bestimmte Information bemüht man aber einfach die digitale Suche. Genau dieser Vorteil des Smarpen Pulse ist einfach unschlagbar und etwa im Studium hier und da Gold wert. Auch im Geschäftsalltag hilft der Stift weiter. Man braucht nicht mehr Notizen aufwändig einscannen sondern kann sie direkt vom Stift 1:1 übertragen – auf Wunsch auch mit Ton und entsprechender Verknüpfung mit dem Schreiben Gesagtem.

Pulse oder lieber Echo/Sky Wifi?

Wenn denn eine klare Kaufempfehlung ausgesprochen werden kann, stellt sich noch die Frage, ob man lieber zum Pulse Smartpen oder zu einem der neueren Modelle greifen sollte. Meiner Meinung nach ist der Pulse zumindest dem Echo Smartpen ebenbürtig. Er ist zwar einen Tacken dicker, was ja beim Schreiben nicht unerheblich ist, aber technisch ansonsten weitestgehend gleich. Lediglich der Sky Wifi bietet echte Innovationen wie den drahtlosen Notiztransfer direkt in die Cloud zu Evernote, ohne den Umweg über die Livescribe Desktop Software gehen zu müssen. Dazu aber mehr im entsprechendem Testbericht. Mit dem Echo Smartpen steht der Pulse aber in etwa auf einer Ebene.

5. Preise & Verfügbarkeit

Da es sich mittlerweile beim Smartpen Pulse um ein Auslaufmodell handelt, ist die Verfügbarkeit eingeschränkt. Bei Amazon lassen sich aber noch Stifte ab etwa 70 € über Dritte ordern.

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